Wenn ein Kartendeck entsteht…
Vor einiger Zeit habe ich Euch über meinen kleinen Fund der Veritas Evernia – Lenormandkarten erzählt. Natürlich habe ich dieses Deck gekauft, sogar ein signiertes bekommen und JA: sogar eines schon verschenkt (ich hoffe, dass mein Postdienst es mitlerweile verschickt hat).
Um das signierte Deck zu bekommen, habe ich mit Veritas Evernia Kontakt aufgenommen und war verblüfft über die Lockerheit der Künstlerin und ihres Teams. Oft trifft man bei Künstlern ganz beschäftigte und unnahbare Menschen, hier war es genau das Gegenteil und wir mailen in regelmässig unregelmässigen Abständen.
Sie erzählten mir alles Mögliche zur Entstehung, Organisation und anderen Dingen drum herum, die es möglich gemacht haben, ein Deck zu entwickeln und letztendlich auch zu verkaufen.
Die Künstlerin, Frau Heike Grüning, hat ein Paar Gedanken zusammengefasst, die ich Euch auf gar keinen Fall vorenthalten möchte. Sie sagte, dass ich den Text nach Bedarf zusammensteichen könnte, dies würde aber der Gesamtheit vielleicht den Geist nehmen, also habe ich ihn so belassen, wie er mir überlassen wurde:
Die Gestaltung des Veritas – Evernia – Lenormands
Bevor ich mit dem Malen der Karten begonnen habe, hatte ich recht wenig Ahnung vom Kartenlegen, aber schon einen engen Bezug zur allgemeinen Bildsymbolik in der Kunst. Surreales und florales Gestalten entspricht meinem romantisch veranlagten und naturverbundenen Wesen sehr. Außerdem arbeite ich gerne sehr detailreich. Die Gestaltung eines Lenormandblattes war also eine sehr interessante Herausforderung und eine wunderbare Erweiterung meines seelischen Horizontes.
Zunächst hatte ich nur eine Liste mit dem Namen der Symbole und ganz kurzen Erläuterungen, z.B. , dass „Der Reiter“ für Nachrichten steht, die eine Veränderung nach sich ziehen können. Während der ersten Skizzen auf das Originalblatt im Format 15X10 begaben sich meine Gedanken und Gefühle mit auf die Reise und ich stellte mir vor, was einen Menschen zur Veränderung seiner Verhältnisse antreiben könnte und wie das dann geschehen würde. Der erste Entwurf spiegelte wider, dass mir ein hektischer Aufbruch vor Augen stand – weg von einer unangenehmen, düsteren Situation in hoffnungsfrohes Licht. Pferd und Reiter wirken schlecht vorbereitet und gehetzt – die Vögel aufgescheucht und aggressiv. Irgendwie sagt das wohl über mich, dass nur etwas extrem Schlimmes mich persönlich zu einer einschneidenden Veränderung meines Umfeldes „überreden“ könnte oder auch, dass ich schlechte Erfahrungen mit solchen Umständen habe.
Im Verlauf der Gestaltung vieler Symbole lernte ich jedoch, dass die Bilder über mein kleines Ego hinaus reichen müssen, um für möglichst viele Menschen hilfreich zu sein. Darum veränderte ich einige Monate später z.B. das Symbol des Reiters: Ein entspannter Mann oder eine Frau auf einem gut gesattelten und zufriedenen Pferd werden von einem Vogel begleitet, der durchaus zielstrebig, aber gelassen seine Bahn zieht. Auch in den Büschen sitzen Vögel ohne Arg und am Wegrand leuchtet hoffnungsvoll ein blaues Blümchen. Zwar liegt in der rückwärtigen Ferne immer noch Düsteres, Abgestorbenes und Bedrohliches, aber vor dem Reiter, also dort, wo wir als Betrachter stehen, gedeihen Leben und Zuversicht. Altes bleibt zurück, verblasst, verliert an Wichtigkeit oder Bedeutung. Der Neuanfang lohnt sich, wenn er möglichst gut vorbereitet wird. Und man sollte die Gefährten nicht beunruhigen, sondern mit ihnen gemeinsam mutig sein. Wie das noch etwas konkreter aussehen könnte, verraten dann die benachbarten Karten.
Vor kurzem habe ich mit der Gestaltung eines Veritas-Evernia-Tarots begonnen. An der Karte des Magiers ist zu sehen, wie ich dabei vorgehe: Zunächst lasse ich die einzelnen Symbole auf mich wirken und forsche sehr genau nach ihrer tieferen Bedeutung. Daraus ergibt sich zum Beispiel das Bildmotiv des Kolbenbärlapps, der „heilend“ das Schwert umwächst. Diese Pflanze gehört mythologisch zum Pentagramm, dem Zeichen der Urväter der Medizin. …
Wenn ich alle Symbole, die mir wichtig erscheinen, „verstanden“ habe, arrangiere ich sie im Format, das hier zwar 15X10 ist, im Druck aber auf 8X5 verkleinert werden soll. Dann male ich mit Pinselgröße Null und einer Mischung aus Aquarell- und Acrylfarben das Bild und spiele dabei mit kleinen inneren Eindrücken, so dass sich das Resultat fast immer in vielen Details von der Vorzeichnung unterscheidet. Auch ich selbst bin gespannt, wie die Karte dann am Ende aussieht und was sie zu erzählen vermag.
Für mich besteht jedes Bild aus drei Teilen: aus der ursprünglichen Idee, aus dem Schaffensprozess mit seinem Resultat und aus dem, was der Betrachter mit seinen ganz persönlichen Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen darin sieht. Dadurch wird die Unteilbarkeit des Individuums dann glücklicher Weise doch irgendwie teilbar.
Heike Grüning
Die Bildhistorie (von oben nach unten):
- Der Magier
- Der Reiter, erste Version
- Der Reiter, fertiges Bild
Auch die Bilder wurden mir von Frau Grüning zur Verfügung gestellt. Eigentlich sind es vier, aber das vierte bekomme ich einfach nicht hochgeladen, es ist dann schwarz…
Natürlich habe ich in den eMails über Erdwurz´s und meine Idee erzählt und man will über ein besonderes Angebot nachdenken. Sobald es zu diesem Thema etwas zu berichten gibt, werde ich es Euch natürlich nicht vorenthalten.
Wer noch mehr erfahren oder ein Deck kaufen möchte, weitere Infos gibt es auf der Site von Veritas Evernia.
Ich persönlich finde das Deck deshalb so schön, weil es nicht eines der Decks ist, das sich an einem bereits bestehendem Deck orientiert, sondern mit viel Recherche und Liebe zum Detail entstanden ist und sich WIRKLICH von anderen Decks unterscheidet. In meiner Sammlung gibt es einige “neumodische” Decks, die bei genauer Betrachtung mit wenig Symbolik und viel Liebe zum Geld entstanden sind. Das Veritas – Deck dagegen ist eine Augenweide und hat bereits einen besonderen Platz gefunden….
Ein kleiner Nachtrag:
die Tochter der Künstlerin hat mir den Magier (Bild 1) in besserer Qualität und den Magier Coloriert geschickt. Viel Spass beim Bestaunen…
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vielen dank für den blick hinter die karten
Liebe Luiza!
Die Karten sind sehr schön…..gefallen mir.
Wieviel Karten sind es denn insgesamt?
Liebe Grüße
Rosi
….ahhh ja,….habe es jetzt gesehen. Es sind 36 Karten…
zu 23.95……
Im Moment schlagen sich meine Gedanken noch mit dem “Ansata-Tarot” herum. Nur die Große Arkana……für blilligstens 15,– Eu….bin noch am überlegen.
Was würdest Du sagen??
Liebe Grüße
Rosi
……..hab´s grad getan!….für 14,– Eu, die ich eigentlich nicht könnte. Durch den Autokauf bin ich in den absoluten roten Zahlen,…will nicht drüber nachdenken,….die Kauferei muss aufhören! Ich weiß.
Liebe Grüße
Rosi
Guten Abend!
@Renee: Du solltest über Deine Wahnsinnsbilder ähnlich sinnieren
@Rosi: jetzt sind Deine Fragen ja quasi wie von selbst beantwortet
Bin vorher nicht zum Antworten gekommen. Die Sammelleidenschaft ist natürlich grösser, ich kenne das*g*
Geniesst den Abend!
Hiiii… wo nimmst Du die Leute eigentlich immer her? Die Bilder sind wirklich schön, aber ich kann das sowieso nicht deuten
Liebe luiza,
bei mir kommt immer beim Lesen Deiner Posts Deine Begisterung für Karten an. Ich liebe dieses Gefühl…Dank für den Einblick in diese Welt…LG Rainer
Ist in der tat nicht zu übersehen
@Evelyn: Magie?
@Rainer: …vielleicht wirst Du ja auch mal ein Sammler
*hihi* Ja vielleicht. Es ist wahrscheinlich wie immer: gleiches zu gleichem?
ich meine das nicht negativ. nur dass die richtigen mit den richtigen immer irgendwie zusammen kommen also bitte nich schmollen
Keine Sorge, so schnell kann man mich ja auch nicht verärgern
Grüsse nach Wesseling!
wunderbare karten!!!! und coloriert noch schöner!!!
liebe grüße von EMMA
Ja, das hat wohl ganz viel Arbeit gemacht
Komme gleich mal auf Gegenbesuch…
*knuddel*
Danke dir vielmals, die Karten sind heile angekommen und die sehen wirklich wundervoll aus.
*knuddel, umarm und erdrück* ^^
lllg
erdwurzelchen
*knuddelzurück* FREUT MICH!
Werde gleich mal den TrackBack nachgehen…
[...] und hat mir das Veritas-Evernia Lenormand Deck geschenkt Sie hat auch einen sehr ausführlichen Bericht dazu geschrieben und schon an früherer Stelle habe ich mal davon [...]